Haltungsbedingungen

Reptilien sind wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur stark von der Umgebungstemperatur abhängig ist. Ihre Körpertemperatur wird also durch die Außentemperatur bestimmt. 

Ähnlich wie Nagetiere sind sie Beobachtungstiere und nicht zum Kuscheln geeignet. Menschlicher Kontakt und beispielsweise das Entnehmen aus dem Terrarium bedeutet für sie Stress und sollte auf ein Minimum reduziert werden. Wenn Kinder im Haushalt sind, sollte das Bewusstsein bestehen, die Tiere „in Ruhe“ zu lassen. Zwar sind sie teils pflegeleichter als Hund, Katze und Maus, abhängig von der Art können aber besondere Lebensbedingungen auftreten und die Haltung stark prägen. Die hier aufgeführten Informationen sind allgemein gehalten. Vor der Anschaffung eines Reptils sollte sich gründlich mit der jeweiligen Art auseinandergesetzt werden. Die Kenntnis über genaue Lebens- und Haltungsbedingungen sind Grundvoraussetzung für ein schönes Leben des Tieres.

Für den Einstieg in die Reptilienwelt sind Schildkröten, Leguane, Eidechsen oder Spinnen geeignet. Jedoch sind auch hier Untergruppierungen zu beachten. Am Anfang sollte auf giftige Arten verzichtet werden.

Die Terrarien sollten möglichst die reale Lebensbedingungen wiederspiegeln. Abhängig von der Größe des Tieres variiert die Größe des Terrariums. Spinnen benötigen beispielsweise weniger Freiraum als Schlangen. Nichtsdestotrotz gilt der Grundsatz „Je größer, desto besser“. Auch hängt die Art des Terrariums von der Reptilienart ab. Zu unterscheiden sind Trocken-/Wüsten-Terrarien, Tropenterrarien, Waldterrarien oder Aquaterrarien. Das am häufigsten verwendeten Material ist Glas.

Reptilien benötigen oft eine größere „technische Ausstattung“ wie beispielsweise eine Wärmequelle in Form einer Infrarotlampe; Einrichtungen zur Erzeugung von Luftfeuchtigkeit, Kontrollgeräte sowie eine Zeitschaltuhr zur Simulation von Tag und Nacht.

  Beschäftigung

Wie viel Zeit erfordert das Tier und wie lange kann das Tier alleine sein?

Reptilien bedürfen keiner direkten Betreuung durch ihre Halter. Sie sind Beobachtungs-Haustiere und in den meisten Fällen nachtaktiv. Die Interaktion mit dem Menschen ist für sie eher stressig und sollte minimal sein. Damit ihnen nicht langweilig wird ist ein großes und auch abwechslungsreiches Terrarium wichtig.

In welchem Umfang ist eine Urlaubsbetreuung nötig?

Während Urlaubszeiten ist es wichtig, dem Tier ausreichend frisches Wasser und in regelmäßigen Abständen Futter zu geben. Das kann bei Reptilien variieren und ist meist auch abhängig von der Größe. Manche Reptilien benötigen 1-2 Mal pro Woche, andere wiederum 1-2 Mal pro Monat Futter. Das heißt es durchaus möglich das Tier für einige Tage allein zu lassen.

Wie viel Bewegung und Spielzeug braucht man?

Reptilien aller Arten sollen Abwechslung in ihren Terrarien finden. Dabei ist auf natürliche Materialien zu achten. Äste, Baumstämme, Steine, Holz, … Des Weiteren sollten Reptilien immer Höhlen und Versteckmöglichkeiten in ihren Terrarien besitzen. Denn grundsätzlich sind sie scheue Lebewesen.

  Ernährung

Welche Nahrung ist gut für mein Tier?

Je nach Reptilienart gibt es Pflanzenfresser, Allesfresser oder Fleischfresser. Bei der Anschaffung von Reptilien muss man sich mit der Ernährungsweise klar auseinandersetzen und gegebenenfalls auch bereit sein, andere Lebewesen wie Mäuse oder Insekten zu verfüttern. Überfütterung sollte vermieden werden.

  • Würmer, Schnecken, Insekten
  • Vögel, Mäuse, Kaninchen
  • Früchte, Blüten, Salatblätter

Welche Nahrung ist schlecht für mein Tier?

  • Spinat
  • Kohl

  Gesundheit

Wie häufig muss mein Tier zum Tierarzt und welche Kosten können entstehen?

Im besten Fall musst man mit seinem Reptil gar nicht zum Tierarzt. Eine jährliche Vorsorgeuntersuchung kann in Betracht gezogen werden.

Welche Hygiene-Maßnahmen müssen ergriffen werden?

  • regelmäßige Reinigung und Hygiene des Terrariums
  • immer ausreichend frisches Wasser geben
  • ausgewogene Ernährung 
  • funktionierende Technik sorgt für hygienische Bedingungen

Wie muss mein Tier gepflegt werden?

Auch hier ist keine allgemeingültige Aussage für alle Reptilienarten möglich. Weiterführende Informationen sind am Ende der Seite verlinkt.

Was sind häufige Krankheiten und welche Auswirkungen haben diese?

Die meisten Krankheiten bei Reptilien werden durch suboptimale Haltung verursacht. Artgerechte Haltung ist unumgänglich, damit sich das Tier wohlfühlt und ein glückliches Leben führt. Weiterführender Link zu einer Symptomsuche und Auflistung möglicher Krankheiten pro Reptilienart finden sich am Ende der Seite.

Mögliche Krankheiten:

  • Harnwegsinfekte
  • Nierendysfunktion
  • Parasiten
  • Darmerkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Schwächen
  • Augenerkrankungen
  • Häutungsprobleme

Symptomfinder: https://www.reptiliendoktor.com/symptome/

Auflistung verschiedener Krankheiten und Auswirkungen pro Art: https://www.reptiliendoktor.com/krankheiten/

  Kosten

einmalige Kosten
Reptilien50 bis 500 € (Zuchttiere)
Ausstattung Terrarium inkl. Technikbis zu 450 €
laufende Kosten
Wasser, Strom, Futterdurchschnittlich 15 € pro Monat bzw. 180 € pro Jahr
Tierarztnach Bedarfsfall, im allgemeinen eher geringe Kosten

  Nachwuchs

Wie häufig kann das Tier Nachwuchs erhalten?

Einige Reptilienarten legen Eier  andere gebären den Nachwuchs lebend. Die heimische  Zucht aller Arten sollte gut überlegt sein. Die Lebensbedingungen werden in den Terrarien nachgestellt und das gilt auch für die Zucht von Jungtieren.

Tipps und Hilfestellungen für die Zucht unterscheiden sich zwischen den verschiedenen Arten sehr. Wir empfehlen die weiterführenden Links weiter unten zur Recherche.

Wann und warum ist eine Sterilisation/Kastration sinnvoll und welchen Kosten entstehen?

Sterilisation/Kastration ist bei Reptilien eher selten. Um sie zu umgehen empfiehlt sich schlicht eine geschlechtergetrennte Artenhaltung.