Durch eine zunehmende Spezialisierung der Landwirtschaft und die Konzentration auf große Schlachthöfe werden Nutztiere wiederholt und teilweise auch über größere Strecken hinweg transportiert. So kommt ein Mastschwein in einem sauenhaltenden Betrieb zur Welt, wird dann nach drei bis vier Wochen zu einem Ferkelaufzuchtbetrieb und von dort im Alter von neun bis zehn Wochen zum Mastbetrieb transportiert. Auf diesem wird es in rund 90 Tagen gemästet, bis es dann seinen Transport zum Schlachthof antritt. Bei Rindern und Geflügel sieht es ähnlich aus. So werden nach den aktuellen Statistiken über Dreiviertel aller Nutztiere transportiert.

Dazu gibt es noch, in deutlich kleineren Relationen, Langstreckenexporte in entfernte Länder wie nach Nordafrika, nach Osteuropa oder den mittleren Osten. Diese erfolgen meist per LKW. Die EU-Transport-Verordnung und ihre Durchführungsverordnung in Deutschland sollen dies regeln, sind aber zumeist recht weit gefasst und schwammig formuliert, so dass selbst diese Standards nur sehr bedingt eingehalten werden. So sind die Fahrzeuge auf dem Papier zwar entsprechend ausgerüstet, aber inwieweit diese Regelungen – gerade außerhalb des Bereichs der europäischen Union – eingehalten werden ist nicht zu kontrollieren.

 

Bei der Schlachtung von Nutztieren ist eine vorherige Betäubung gesetzlich vorgeschrieben. In der praktischen Umsetzung, gerade in den großen Schlachthöfen, mit einer faktischen Tötung im Fließbandverfahren, gelingt die Umsetzung leider zu oft nicht so gut. Die gängigsten Betäubungsverfahren sind:

  • Beim Bolzenschuss wird dem Tier – meist Rinder und Schafen – mit hoher Geschwindigkeit ein Bolzen durch den Schädel in das Gehirn geschossen. Das Tier erleidet eine Gehirnerschütterung, und Teile des Gehirns werden zerstört, ehe es bewusstlos zusammenbricht. Dies alles geschieht in der sogenannten Fixationsbox, aus der zur besseren Fixierung nur der Kopf des Tieres herausschaut.
  • Mittels Strom werden die Tiere vor der eigentlichen Schlachtung betäubt. Bei Schweinen und Schafen wird mit einer stromführenden Zange die Gehirnfunktion vorübergehend ausgeschaltet und ein epileptischer Anfall ausgelöst. Hühner und Puten werden an ihren Füßen aufgehängt und anschließend kopfüber in ein Wasserbad, durch das Strom fließt, getaucht.
  • Mittels Kohlendioxid werden die meisten Schweine, aber auch immer öfter Geflügel, vor der Tötung betäubt. Dazu werden die Tiere in eine Art Aufzugssystem getrieben und in das Gas hinabgefahren.
  • Bei Hausschlachtungen ist es hingegen gesetzlich erlaubt, kleinere Tiere wie Hasen, Geflügel oder Tierkinder mit einem harten Schlag auf den Kopf zu betäuben.

Beim Schächten – als Ausnahmeregelung aus religiösen Gründen – werden die Tiere hingegen ohne Betäubung getötet.

Allen diesen Betäubungsmethoden gemeinsam ist jedoch, dass diese in der praktischen Umsetzung nicht immer so optimal umgesetzt werden wie es auf dem Papier festgelegt ist. Dazu bekommen die Tiere durch die Massenabfertigung mit was passiert, was sie zusätzlich unter Stress setzt. Letztlich kommt es immer wieder vor, dass Tiere dadurch ohne angemessene Betäubung geschlachtet werden.

 

Nach erfolgter Betäubung werden die Tiere an den Beinen aufgehängt. Danach werden die Tiere „gestochen“, damit sie ausbluten und versterben. Dies erfolgt durch einen Einstich mit dem Messer in den Halsbereich um die dortigen großen Blutgefäße zu öffnen. Anschließend wir die Haut angeschnitten und abgezogen bzw. Schweine zuerst in einem heißen Wasserbad gebrüht damit die Borsten und die oberste Hautschicht leichter entfernt werden kann oder bei Geflügel die Federn entfernt. Danach wird der Bauchraum geöffnet und die Eingeweide werden entfernt bevor die Tiere weiter zerlegt werden. Durch die fehlerhafte Betäubung gelingt dies jedoch nicht immer leidfrei für die Tiere. Man schätzt, dass gut zehn Prozent den Vorgang der Schlachtung noch bewusst erleben.

Bei Hausschlachtungen gelingt eine Tötung sicher leidfreier, aber in der modernen Tierhaltung ist dies eben die Ausnahme, auch wenn das Tier damit weniger Stress ausgesetzt ist, was durchaus auch Einfluss auf die Qualität des Fleisches hat. Aber dies kostet eben Geld und da die Fleischpreise so niedrig sein sollen, ist es leider eben nicht anders machbar. Somit achte darauf, wenn du Fleisch kaufen, nicht das Billigste zu nehmen.