Pfote Tierschutzverein Dresden  Haltungsbedingungen

Meerschweinchen können in Innen- oder Außenhaltung (ganz- oder teiljährig) gehalten werden. Auch Balkonhaltung ist möglich. An erster Stelle steht bei jedem Haltungssystem die Erfüllung der Bedürfnisse der Tiere.

Innenhaltung

Gehege-Größe:

  • Das Gehege für die Dauerhaltung von 2 bis 4 Meerschweinchen sollte eine Grundfläche von mindestens 2 m2 Für jedes weitere Tier ist die Fläche um mindestens 0,5 m2 zu vergrößern (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, Stand Oktober 2020). Etagen/Ebenen zählen dabei nicht zur Grundfläche. Es sollte eine Lauf- bzw. Rennstrecke von mindestens 2 m zur Verfügung stehen.
    Inspirationen für Innengehege: https://meerschweinchenwiese.de/haltung/innenhaltung/innengehege-fotos#Foto-Sammlung_Innengehege
  • Die (leider noch immer oft übliche) reine Käfighaltung ist nicht tiergerecht. Die handelsüblichen Käfige sind viel zu klein und in den Plastikwannen staut sich Wärme und Nässe.

Gehege-Untergrund:

  • Gängigste Einstreuarten: Holzspäne, Hanfeinstreu, Strohmehl und granulierte Holzspäne. Pellets aus Stroh oder Holz nur als Unterstreu verwenden. Auch die Fleece-Haltung ist mittlerweile verbreitet. Ebenfalls möglich: Kombination aus Einstreu und Fleece.

Nähere Informationen zu den Bodenbelägen im Innengehege:

 

Gehege-Ausstattung:

  • Schlafhäuschen/-höhlen pro Meerschweinchen mindestens 1 mit je 2 Ausgängen (nur Naturmaterialien, kein Plastik)
  • Zudem Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten, z. B. Ton-/Kork-/Kuschelröhren, Stroh, Zweige, Äste, Grasnester, Weidebrücken, unbedruckte Kartons, usw.
  • Heuraufe (sinnvoll: abdeckbare Modelle)/Heuwagen/Heuhaus
  • Trinknapf (besser als Trinkflasche)
  • Häuschen und Versteckmöglichkeiten nicht alle an die Wände des Geheges stellen. Somit bleibt ausreichend Rennstrecke übrig.

Gehege-Standort:

  • Heller und ruhiger Standort
  • Keine Zugluft
  • Nicht zu warm

Ganzjährige oder teiljährige Außenhaltung:

Außenhaltung ist v. a. für die kurzhaarigen Meerschweinchen-Rassen geeignet. Für eine ganzjährige Außenhaltung sollte die Gruppe mindestens 4 Tiere umfassen (Schutz gegen Kälte). Bei sehr kalten oder sehr hohen Temperaturen kann es sinnvoll sein, die Tiere nach drinnen zu holen.

Gehege-Größe:

  • siehe Innenhaltung -> Noch mehr Platz ist natürlich immer besser, denn Meerschweinchen haben einen großen Bewegungsbedarf. Zudem großer, gegen Witterung geschützter Bereich notwendig (Sonne, Regen, Schnee).

Gehege-Untergrund:

Gehege-Ausstattung:

  • Überdachter, witterungsgeschützter Bereich
  • Frostfreies, isoliertes Schutzhaus
  • Hälfte des Geheges im Schatten
  • Sicherer Schutz (z. B. Volierendraht) nach allen Seiten, auch nach oben (Greifvögel, Füchse, Marder, Katzen, Hunde, usw.)
  • Wie im Innenbereich: ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten, immer Heu und Trinkwasser

Balkon-/Terrassenhaltung

Meerschweinchen können auch auf dem Balkon oder der Terrasse gehalten werden, wenn ausreichend Platz zur Verfügung steht und wenn sowohl der Witterungsschutz als auch der Schutz gegen Fressfeinde (z. B. Greifvögel, Katzen, usw.) gegeben ist. Außerdem sollte der Platz vor Zugluft geschützt sein, da Meerschweinchen Zugluft nicht gut vertragen. Zu den Bodenbelägen und der Ausstattung siehe bei „Innen- und Außenhaltung“.

Pfote Tierschutzverein Dresden  Haltungsbedingungen

Was muss bei der Umgebung und dem Umfeld für mein Tier beachtet werden? Bei allen Arten von Nagetieren gilt bei der Größe der Käfige der Grundsatz „je mehr, desto besser“. Wichtig ist vor allem neben einer ausreichend großen Grundfläche dem Tier mehrere Ebenen/Etagen zu bieten. Denn alle Nagetiere sind bewegungsfreudig, erkunden viel und klettern gern. Auch Nager-Terrarien sind möglich. Hier ist aber auf ausreichende Frischluft zu achten. Der Käfig oder das Terrarium sollten in einem ruhigen Raum, an einem sonnengeschützten Platz stehen. Wichtig ist dem Tier ausreichend Abwechslung im Käfig zu bieten. Ein Laufrad und Spielzeug sind unumgänglich. Dabei kann man auch selbst aktiv und kreativ werden und aus natürlichen Materialien etwas basteln und bauen. Kommt es gut alleine zurecht oder benötigt es menschliche / tierische Gesellschaft? Die meisten Nagetiere sind strikte Einzelgänger. Ausnahmen sind beispielsweise Mäuse. Hier sollten mindestens 2 Tiere zusammenleben.

Pfote Tierschutzverein Dresden  Ernährung

Welche Nahrung ist gut für mein Tier?

  • Nüsse
  • Samen
  • Körner
  • frisches Gemüse
  • Kräuter, Blüten
  • ausgewählte Rohkost

Welche Nahrung ist schlecht für mein Tier?

Rohkost in Form von:

  • Zwiebeln
  • Kohl
  • rohe Kartoffeln

Pfote Tierschutzverein Dresden  Beschäftigung

Kommt es gut alleine zurecht oder benötigt es menschliche / tierische Gesellschaft?

Meerschweinchen sind sozial lebende Tiere, die in Gruppen von mindestens 2, besser ab 3 Tieren gehalten werden. Einzelhaltung oder das Zusammenleben mit anderen Kleinsäugern, wie z. B. Kaninchen, ist grundsätzlich nicht tiergerecht. Auch der Mensch kann dem Meerschweinchen niemals die Artgenossen ersetzen.

Tiere, deren Partnertiere verstorben sind, dürfen ebenfalls nicht allein bleiben. Wenn die Haltung beendet werden soll, gibt es verschiedene Möglichkeiten: das übrig gebliebene Tier zu einer bestehenden Gruppe geben, zu einem Verein/Tierheim geben oder ein sogenanntes „Leihmeerschweinchen“ organisieren (was allerdings umstritten ist).

Als Gruppenform ist 1 kastriertes Männchen zusammen mit min. 1 oder besser mehreren Weibchen empfehlenswert. Außerdem sind auch reine Böckchen- oder Weibchengruppen möglich. Babys und Jungtiere werden zur Sozialisation mit erwachsenen Tieren zusammen gehalten.

Wie viel Zeit erfordert das Tier?

Ab 1 Stunde Zeitaufwand täglich einplanen:

  • Mindestens 2 x täglich Frischfuttergabe und Entfernen des Futters, das nicht gefressen wurde.
  • Frisches Heu muss den Meerschweinchen immer zur Verfügung stehen. Altes/verschmutztes Heu entfernen.
  • Frisches Wasser muss ebenfalls immer vorhanden sein.
  • Gründliche Reinigung der Wasser-/Futternäpfe
  • Entfernen von Kot- und Urinstellen im Gehege
  • Tägliche Beobachtung: Fressen alle Meerschweinchen wie gewohnt? Sind sie munter und neugierig? Kratzen sie sich öfter als sonst, niesen sie, gibt es Auffälligkeiten?

Da sich Meerschweinchen untereinander beschäftigen, benötigen sie den Menschen nicht als Beschäftigungs- oder Spielpartner:

  • Meerschweinchen sind Beobachtungstiere. Kuscheln und Schmusen mögen die meisten von ihnen nicht.
  • Beschäftigung mit den Tieren kann sein:
    • Gehege-Neugestaltung, neue Elemente für das Gehege basteln
    • Futter verstecken
    • Zusätzlich (abgesicherter) Freilauf in Wohnung oder Garten. Ersetzt allerdings nicht die Gehege-Größe (siehe „Haltungsbedingungen“).

Zusätzlich ist mindestens einmal, besser zweimal wöchentlich die Reinigung des gesamten Geheges notwendig. Sowie ein wöchentlicher „TÜV“ der Meerschweinchen (siehe „Gesundheit“).

Wie viel Bewegung und Spielzeug braucht man?

Gehege-Größe:

  • Gesetzliche Mindestmaße: 2 m2 für 2 – 4 Tiere, + 0,5 m2 für jedes weitere Tier (empfohlen: + 1 m2 für jedes weitere Tier)
  • Mehr Platz ist immer besser, da Meerschweinchen einen hohen (und lange Zeit unterschätzten) Bewegungsbedarf haben.

Spielzeug:

  • Meerschweinchen brauchen und lieben Versteckmöglichkeiten: Häuschen (mit je 2 Eingängen), Röhren, Stroh, Kuschelrollen, usw.
  • Sehr beliebt sind auch Hängematten, Kuschelsäcke, Kuschelbetten, usw.
  • Nicht verwenden:
    • Häuschen oder Materialien aus Plastik (beim Nagen splittert Plastik ab, außerdem stauen sich Wärme und Nässe)
    • Häuschen oder Materialien, die verschraubt sind (Verletzungsgefahr)
    • Lange Heuraufen (Meerschweinchen springen hinein, kommen aber nicht mehr heraus)

Wie lange kann das Tier alleine sein?

Etwa einen halben Tag. Dann sollte das Frischfutter/Wasser/Heu erneuert werden und nach dem Rechten gesehen werden. Im Ausnahmefall und bei guter Vorbereitung maximal 24 Stunden.

In welchem Umfang ist eine Urlaubsbetreuung nötig?

  • 2 x täglich sollte die Betreuungsperson Frischfutter/Heu/Wasser wechseln, die Näpfe reinigen, Kot- und Urinstellen entfernen und allgemein nach dem Rechten sehen.
  • Die Meerschweinchen verbleiben am besten in ihrer gewohnten Umgebung und in ihrer gewohnten Gruppe.

Pfote Tierschutzverein Dresden  Ernährung

Welche Nahrung ist gut für mein Tier?

  • Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser. Sie sind Dauerfresser und müssen über den Tag verteilt sehr viele kleine Portionen fressen. Deshalb sollte immer Heu verfügbar sein und mindestens 2 x täglich Frischfutter gefüttert werden.
    • Frisches Heu muss immer zur Verfügung stehen.
    • Ebenso immer frisches Wasser im Napf. Nippeltränken sind ungeeignet: Die Tiere trinken zu wenig, nehmen zu viel Luft beim Trinken auf und müssen eine unnatürliche Kopfstellung einnehmen.
    • Täglich min. 2 x ausgewogene und abwechslungsreiche Menge an Frischfutter:
      • Hauptsächlich (ca. 80 %) Grünfutter wie Gräser, Kräuter und Salate. Dieses blättrige/faserige Frischfutter regt die Darmtätigkeit an und sorgt dafür, dass die Tiere ausreichend kauen. Es trägt somit – ebenso wie Heu – zur Zahnabnutzung bei.
      • Zudem (ca. 20 %) Gemüse wie Paprika, Gurke, Fenchel, wenig Wurzelgemüse
    • Gelegentlich: Obst wie Apfel oder Melone. Kein exotisches Obst füttern.
    • Abnutzung der lebenslang wachsenden Zähne erfolgt in erster Linie über das rohfaserhaltige Grundfutter Heu und Grünfutter. Zusätzlich und zur Beschäftigung der Tiere eignen sich sehr gut ungespritzte Zweige von Obstbäumen (Apfel, Birne, Kirsche) oder Haselnuss, Weide, u. a.
  • Kotfressen ist normal. Dadurch nehmen die Tiere im Darm produzierte Vitamine und Eiweiße auf.
  • Vitamin C können Meerschweinchen nicht selbst bilden und müssen dies mit der Nahrung aufnehmen. Vitamin-C-reiche Nahrung ist z. B. Paprika und Apfel.
  • Futterumstellungen immer langsam vornehmen, sonst kann es zu Blähungen oder Durchfall kommen.

Ausführliche Informationen zur artgerechten Ernährung von Meerschweinchen und Futtermittel-Listen finden sich z. B. unter:

Welche Nahrung ist schlecht für mein Tier?

  • Pellets, Getreide, Leckerlis, Drops, Knabberstangen
  • Salz- und Minerallecksteine
  • Exotische Früchte, Steinobst
  • Lauchgemüse
  • Sämtliche Milchprodukte
  • Brot
  • Nüsse
  • Achtung bei Kohlsorten: langsam anfüttern

Pfote Tierschutzverein Dresden  Gesundheit

Wie häufig muss mein Tier zum Tierarzt und welche Kosten können entstehen?

  • Allgemeiner Check empfohlen alle 12 Wochen
  • Krallen schneiden: alle 3 – 12 Wochen
  • Bei Krankheitsanzeichen umgehend zum Tierarzt gehen
  • Allgemeiner Check: ca. 15 €
  • Krallen schneiden: ca. 8 €
  • Kastration: ca. 80 – 120 €
  • Bei aufwändigen Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen, Blutuntersuchung, Kotprobe, usw.) und OP mit Nachbehandlung können dreistellige Beträge anfallen.

Welche Hygiene-Maßnahmen müssen ergriffen werden?

  • Täglich Kot- und Urinstellen im Gehege entfernen und neu einstreuen
  • Mindestens 1 x, besser 2 x pro Woche Reinigung des gesamten Geheges. Gegen Harnstein und Verschmutzungen am besten Essigessenz verwenden, keine chemischen Putzmittel.

Wie muss mein Tier gepflegt werden?

  • Fellpflege bei langhaarigen Meerschweinchen (Bürsten, Kämmen, Fell kürzen)
  • Achtung: Meerschweinchen außer in medizinisch begründeten Ausnahmefällen nicht baden
  • Regelmäßige Krallenpflege: alle 3 bis 12 Wochen Krallen schneiden – je nach Haltungsform und Wachstumsgeschwindigkeit. Bei Unsicherheit und v. a. bei dunklen Krallen das Schneiden besser vom Tierarzt zeigen/vornehmen lassen.
    Nähere Informationen zur Krallenpflege: https://meerschweinchenwiese.de/pflege/krallen-schneiden
  • Tägliche Beobachtung: Fressen alle Meerschweinchen wie gewohnt? Sind sie munter und neugierig? Zieht sich ein Tier zurück, kratzt es sich öfter als sonst, niest es, hat Atemgeräusche, hat Durchfall oder Urin an Hinterbeinen/Po? -> Tierarzt hinzuziehen
  • Wöchentlicher Check:
    • Gewichtskontrolle: Meerschweinchen wiegen und bei starken Gewichtsschwankungen Tierarzt zu Rate ziehen
    • Schneidezähne kontrollieren: richtige Länge, nicht schief, nicht abgebrochen
    • Fellkontrolle: Fell sollte glänzend sein, nicht stumpf, keine wunden, kahlen, schuppigen Stellen oder gar Ungeziefer
    • Füße ansehen: Krallen ggf. schneiden bzw. – vor allem bei dunklen Krallen – vom Tierarzt vornehmen lassen. Fußballen dürfen nicht schuppig oder wund sein.
    • Augen ansehen: sollten klar und sauber sein, nicht verklebt, tränend, o. Ä.
    • Genitalbereich ansehen: sollte sauber und trocken sein, kein Durchfall, nicht nass (Urin) oder verschmiert
    • Abtasten: Bauch sollte weich sein, nicht hart und aufgebläht, Verdickungen (möglicherweise Zysten oder Tumore) können so bemerkt werden
  • Hochheben: immer mit beiden Händen, Tier unter Po stützen

Was sind häufige Krankheiten und welche Auswirkungen haben diese? 

Zahnerkrankungen

Zahnfehlstellungen, Zahnanomalien, Überlänge der Zähne

 

Ursachen

  • Fehlerhafte Zahnanlage, genetische Veranlagung
  • Falsche Fütterung, unzureichende Abnutzung der Zähne
  • Abgebrochene(r) Zahn/Zähne

Symptome

  • Speicheln, sabbern, feuchtes Maul
  • Meerschweinchen frisst schlecht/langsam
  • Gewichtsverlust
  • Tränende Augen

Behandlung

  • Zum Tierarzt gehen. Tierarzt kann Zähne abschleifen und kürzen
  • Unter Umständen muss Abschleifen/Kürzen in regelmäßigen Abständen durch den Tierarzt vorgenommen werden

Vorbeugen

  • Richtige Ernährung: Heu und rohfaserreiches Frischfutter, zusätzlich Zweige als Knabbermaterial
  • Regelmäßige Zahnkontrolle durch Tierarzt

Magen-Darm-Krankheiten

Ursachen

  • Zu fette und kohlenhydratreiche Ernährung
  • Zu schnelle Futterumstellung
  • Virusinfektionen
  • Zahnprobleme

Symptome

  • Durchfall, erkennbar an breiigem bis flüssigem Kot / kotverklebter Po
  • Weniger oder gar kein Kot mehr (Verstopfung)
  • Aufgebähter Bauch
  • Apathie
  • Futterverweigerung

Behandlung

  • Bei leichtem, breiigem Durchfall Heu und Wasser bzw. Kamillentee -> Durchfall muss innerhalb von 24 Stunden weg sein, spätestens dann zum Tierarzt
  • Bei wässrigem Durchfall sofort Tierarzt aufsuchen

Vorbeugen

  • Richtige Ernährung: Heu und rohfaserreiches Frischfutter
  • Langsam auf neues Futter umstellen
  • Regelmäßige Zahnkontrolle durch Tierarzt

Hautprobleme und Parasiten

Pilze, Haarlinge, Milben, Flöhe, Läuse

 

Ursachen

  • Einseitige Ernährung
  • Stress
  • Mangelnde Gehege-Hygiene
  • Parasiten von anderen Tieren übertragen
  • Parasiten in Einstreu/Heu/Futter usw.

Symptome

  • Vermehrter bis starker Juckreiz
  • Vermehrter Haarausfall
  • Kreisrunder Haarausfall -> Pilze
  • Kahle Stellen im Fell
  • Verfilzungen des Fells
  • Hautrötungen
  • Schuppen, Krusten
  • Glanzloses und struppiges Fell

Verklebte und schuppige Ohren bzw. Meerschweinchen hält ggf. den Kopf schief können Symptome für Parasiten/Pilzbefall oder Infektion im Innenohr sein.

Behandlung

  • Zum Tierarzt gehen. Tierarzt verabreicht Parasitenmittel
  • Manchmal ist vom Tierarzt verschriebenes, medizinisches Bad mit speziellem Shampoo nötig

Vorbeugen

  • Frischfutter gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen
  • Stress möglichst vermeiden
  • Auf gute Gehege-Hygiene achten
  • Luftfeuchtigkeit im gesunden Bereich halten
  • Ausgewogene Ernährung (vitaminreich)
  • Neu hinzukommende Meerschweinchen auf Parasiten prüfen
  • Regelmäßige Fell- und Ohrenkontrolle
  • Regelmäßiger Check der Meerschweinchen beim Tierarzt

Atemwegserkrankungen

Erkältungen bis hin zu Lungenentzündungen

 

Ursachen

  • Zugluft
  • Stress
  • Trockene Heizungsluft
  • Mangelnde Gehege-Hygiene, feuchte Einstreu
  • Einseitige Ernährung, Vitaminmangel
  • Rauch

Symptome

  • Niesen
  • Nasenausfluss, verklebte und feuchte Nase
  • Apathie
  • Futterverweigerung
  • Starke Flankenatmung, Atemnot

Behandlung

  • Sofort zum Tierarzt. Erkältung kann schnell zur Lungenentzündung werden.
  • Zur Unterstützung: Meerschweinchen inhalieren lassen

Vorbeugen

  • Zugluft, Durchzug und Kälte vermeiden
  • Auf gute Gehege-Hygiene achten
  • Stress möglichst vermeiden
  • Möglichst staubarme Einstreu verwenden
  • Hände waschen, bevor Meerschweinchen angefasst werden
  • Abwechslungsreiche, vitaminhaltige Ernährung

Blasen- und Nierenerkrankungen

Blasenentzündung, Blasen/Harnsteine, Nierensteine. Ansammlung von Harnsteinen in Harnleiter oder Harnröhre -> kann zu lebensbedrohlichem Verschluss führen.

 

Ursachen

  • Überangebot an Kalzium (Trockenfutter oder ein Zu-Viel an kalziumhaltigem Frischfutter)
  • Mangelnde Bewegung
  • Mangelnde Gehege-Hygiene
  • Stress
  • Genetische Veranlagung
  • Hohes Alter

Symptome

  • Stärkeres Urinieren
  • Sehr unangenehm riechender Urin
  • Schmerzen beim Urinieren (gekrümmte Haltung, Schmerzenslaute)
  • Blut im Urin
  • Trüber Urin
  • Nasser Anogenitalbereich
  • Häufiges Lecken des Anogenitalbereichs
  • Zu wenig / kein Absetzen von Urin (Verschluss)

Behandlung

  • Sofort zum Tierarzt. Nachweis von Blasen-/Nierenerkrankungen durch u. a. Urinuntersuchung, Röntgen, Ultraschall
  • Bei bakterieller Infektion ggf. Antibiotikum. Zusätzlich Meerschweinchen warm halten und viel Flüssigkeit verabreichen
  • Blasensteine werden meist operativ entfernt

Vorbeugen

  • Immer genügend Flüssigkeit (Frischfutter, frisches Trinkwasser)
  • Ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung
  • Sauberes Gehege, trockene Einstreu
  • Fell um den Po herum kurz halten

Augenverletzungen und Augenentzündungen

Ursachen

  • Viren, Bakterien -> Infektion
  • Verletzungen durch Rangordnungskämpfe, ungeeignete Einrichtungsgegenstände, Einspießungen durch Stroh, Heu
  • Zahnprobleme

Symptome

  • Verklebte Augen bzw. verklebtes Fell im Bereich des Auges
  • Trübe, geschlossene Augen
  • Rote, geschwollene Lidränder
  • Hervortreten, Anschwellen der Augen

Behandlung

  • Zum Tierarzt gehen. Oft sind Augenerkrankungen, wenn sie frühzeitig erkannt werden, gut behandelbar.

Vorbeugen

  • Möglichst staubarme Einstreu verwenden
  • Von Gehege-Einrichtung sollte keine Verletzungsgefahr ausgehen
  • Regelmäßige (Zahn)Kontrolle beim Tierarzt

Abszesse und Tumore

Ursachen

  • Kleinere Verletzungen
  • OP-Narben, in die Bakterien eingedrungen sind
  • Erkrankungen oder Verletzungen an Augen oder Zähnen
  • Backenabszesse können durch spitze Futterstücke/Knabberzweige verursacht werden
  • Kieferabszesse können durch Zahnfehlstellungen verursacht werden
  • Ballenabszesse können durch zu harten oder zu feuchten Untergrund verursacht werden

Symptome

  • Verdickungen, Beulen am Körper
  • Gewichtsverlust
  • Wunde Hinterläufe, kahle Stellen, schorfige Stellen (Ballenabszesse)
  • Manchmal bluten oder verkrusten die betroffenen Stellen

Behandlung

  • Zum Tierarzt gehen
  • Abszesse: werden chirurgisch entfernt oder geöffnet (Eiter entfernen, spülen, Antibiotika)
  • Tumore: werden chirurgisch entfernt

Vorbeugen

  • Durch gute Hygiene und ausgewogene Ernährung kann die Erkrankungsgefahr verringert werden.
  • Weiche, geeignete Einstreu verwenden (Ballenabszessen vorbeugen)
  • Regelmäßiges Abtasten, um Verdickungen und Beulen zu erkennen

Pfote Tierschutzverein Dresden  Kosten

einmalige Kosten
Nagetierbis zu 30 € pro Tier
Käfig und Ausstattungbis zu 150 € (hier kann aber durch Eigenbau gespart werden)
laufende Kosten
Futter, Einstreu, weiteres Spielzeugbis zu 150 € pro Jahr
Tierarztnur bei Bedarf

Pfote Tierschutzverein Dresden  Nachwuchs

Wie häufig kann das Tier Nachwuchs erhalten?

Hamster beispielsweise vermehren sich sehr schnell. Nach der gerade einmal 2-3 Wochen Tragezeit können Weibchen direkt wieder schwanger werden. Die Wurfgröße beträgt bis zu 12 Jungtiere. Ein ähnliches Verhältnis gilt bei Mäusen. Eine gezielte Zucht, egal welcher Nagetierart sollte also gut überlegt sein. 

Wann und warum ist eine Sterilisation/Kastration sinnvoll und welchen Kosten entstehen?

Die Sterilisation oder Kastration ist bei kleinen Nagetieren immer ein großer Risikofaktor. Hamster werden bspw. ohne besonderen medizinischen Grund nicht sterilisiert. Bei Mäusen kann der Eingriff vorgenommen werden, sollte aber gut überlegt sein. Wichtig ist: eine Sterilisation oder Kastration allein aufgrund der Nachwuchsvermeidung wäre aufgrund des OP-Risiko unverantwortlich. Die Kosten können zwischen 40 und 140 € liegen. 

Pfote Tierschutzverein Dresden  Irrtümer

Folgende Irrtümer sind weit verbreitet und sollten dir bekannt sein:

  • Nagetiere sind keine “Gesellschaftstiere”
  • Interaktion mit dem Menschen bedeutet für sie Stress